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Bilder aus Kairo (01.06. - 08.06.2006)
Rote Pyramide
 

Fährt man nach Dahschur, ist die so genannte Rote Pyramide von Snofru die erste Pyramide, die man dort sieht. Sie ist die nördlichere von zwei Pyramiden, die Snofru dort erbauen lies. Die Bezeichnung "Rote Pyramide" kommt natürlich von dem leicht rötlichen Ton, den die Steine haben.
Das Bild ist vom Parkplatz aufgenommen, der praktisch direkt vor der Pyramide liegt. Auf dem Bild leicht links sieht man die Treppe, die ca. 28 Meter in die Höhe zum Eingang der Pyramide führt und welcher hier ziemlich genau in der Mitte zu sehen ist. Von dort führt ein langer Tunnel hinunter in die Grabkammer.
 
Diese Pyramide hat mich fast umgebracht. Ich war relativ früh gegen 10 Uhr losgefahren und noch vor dem Mittag in Dahschur. Der Taxi-Fahrer war derselbe vom Vorabend, das Taxi selbst war eines der klimatisierten Hoteltaxis. Ich hatte gut gefrühstückt und fühlte mich wohl.
Als ich die Treppen hinaufstieg, merkte ich bereits, daß mir die Hitze ziemlich zu schaffen machte. Es waren während meines Besuchs in Ägypten immer so ca. 40 Grad Celsius im Durchschnitt. So war ich bereits ziemlich erledigt, als ich am Eingang ankam.
Vor 11 Jahren war ich bereits in der Cheops-Pyramide. Ich wußte also ungefähr, was auf mich zukommt. Zumindest wußte ich, daß es anstrengend wird. Ehrlich gesagt weiß ich nicht warum ich überhaupt da rein gegangen bin. (Pyramiden sind im Inneren nicht wirklich spannend.)
Der Typ am Eingang versuchte mir noch deutlich zu machen, daß ich mich an das Fotoverbot nicht halten müßte, wenn ich ihm etwas Geld geben würde, aber ich ignorierte ihn und stieg in den Gang. Der Tunnel war so eng, daß ich in der Hocke herunterkroch und der Rucksack auf meinem Rücken trotzdem an der Decke entlang schabte. Mit Müh und Not kämpfte ich mich an drei Arbeitern vorbei, die offenbar alle damit beschäftigt waren eine(!) Neonröhre auszutauschen. Als ich schließlich in der Grabkammer ankam, war ich vom Schweiß durchnäßt. Die Luft war auch nicht wirklich gut. Da niemand da war, machte ich zumindest mit der Videokamera ein paar Aufnahmen. Und dann mußte ich da irgendwie wieder raus.
In dem Tunnel mit den Arbeitern, die übrigens immer noch nicht fertig waren, mußte ich bestimmt 5x pausieren. Mittlerweile hatte ich dazugelernt und meinen Rucksack einfach auf den Bauch genommen, aber das half auch nicht. Als ich es dann doch noch nach außen schaffte, mußte ich mich erstmal für 10 Minuten oben an den Ausgang setzen und Luft schnappen. In diesem Moment fühlte ich mich echt alt. (Zumindest unathletisch.)
Die Sonne schien derweil munter weiter. Wirklich Schatten gab es da nicht, gibt es eigentlich nie bei einer Pyramide. Und ich war noch in 28 Meter Höhe. Ich mußte diese Treppe wieder hinunter. Was normalerweise gar kein Problem wäre, wurde nun eins. Meine Beine spielten nicht mehr mit. Die Anstrengung in der Hocke den Tunnel hinunter und wieder hinauf zu gehen, hatte ihnen den Rest gegeben. Ich krallte mich an das wackelige Treppengeländer und schaffte es irgendwie hinunter.
Die folgenden Tage hatte ich wirkliche Probleme Treppen hinunter zu steigen. Meine Beine gaben fast immer nach.
 

 
© Sebastian Niedlich
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